Mit Haken und Ösen
Barrakudas können völlig entspannt und bewegungslos im Wasser treiben, aber sie können auch wie ein Ferrari beschleunigen. Außerdem haben sie eine sehr empfindliche Haut mit winzigen Schuppen. Zwei Gründe, die es nicht leicht machen, diese langen Fische zu fangen und zu transportieren, ohne sie zu verletzen. Im Ocean-Team wurden verschiedene Optionen besprochen: 1) die Fische mit einem Kescher während der Fütterung zu fangen, 2) ein großes Stellnetz im Becken zu platzieren, das nach und nach enger gezogen wird, 3) die Fische mit Haken und Leine zu fangen. Leider bergen alle diese Methoden das Risiko schwerer Verletzungen. Die Idee, das 600.000-Liter-Aquarium bis auf einen sehr niedrigen Wasserstand zu leeren, beinhaltete zu viele logistische Herausforderungen. Interessant schien dagegen die Option, die Tiere zu betäuben. Eine leichte Narkose böte die Möglichkeit, die Barrakudas ohne allzu viel Stress und Verletzungen zu verlegen. Wir erwogen zunächst, ein Betäubungsmittel über das Futter zu verabreichen, aber nach Rücksprache mit mehreren Tierärzten in Europa und Amerika erwies sich diese Vorgehensweise als zu riskant. Wie sollte man das Narkosemittel in der Nahrung gezielt dosieren und wie würden die anderen Barrakudas auf einen halb narkotisierten Artgenossen reagieren? Wir wollten sie also lieber einzeln in einem kleinen Becken betäuben. Nur, wie bekommt man die Fische in ein kleines Becken?