Schwestern
Nach der Geburt waren wir etwas besorgt, weil die ältere Tochter ihrer Mutter kaum von der Seite wich. Kurz vor der Geburt war dieses Jungtier sogar noch gelegentlich an den Zitzen der Mutter gesehen worden. Um sicherzustellen, dass sich die Bindung zwischen der Mutter und dem Neugeborenen gut entwickelt und das Baby genügend Muttermilch bekommt, haben wir die Mutter und ihr Junges in den ersten Wochen vom Vater und der älteren Tochter getrennt. Das Neugeborene beeindruckte uns aber sofort mit seiner ausgeprägten Selbstständigkeit. Außerdem konnte es, was für Seekühe eher untypisch ist, direkt am ersten Tag mit perfekter Koordination von Schwanz- und Brustflossen schwimmen. Es wächst und gedeiht und bis auf scheinbar leichte Magenkrämpfe als es anfing, mehr Grünzeug zu fressen, ist das Kleine ein völlig problemloses Jungtier. Im November wurden die vier Seekühe wieder vereint und das läuft sehr gut. Die große Schwester hält sich von den Zitzen der Mutter fern und die Tiere gehen freundlich miteinander um. Kürzlich konnten wir durch die große Scheibe auch einen Blick auf den Bauch des Neuzugangs werfen, um das Geschlecht zu bestimmen: Es ist ein Weibchen.